LZG – Löschzug Gefahrgut

In jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt in Schleswig-Holstein gibt es eine Sondereinheit der Feuerwehr, die über spezielle Ausrüstung und Ausbildung für Einsätze in Zusammenhang mit Gefahrgut verfügt. Diese Einheit heißt „Löschzug-Gefahrgut“. Gefahrgut sind Stoffe aus den Bereichen „Atomar“, „Biologisch“ und „Chemisch“.

Der Löschzug-Gefahrgut der Hansestadt Lübeck wird durch Personal der Freiwilligen Feuerwehren Innenstadt, Israelsdorf,  Dummersdorf und Siems gebildet. Von den Kameraden dieser Wehren haben sich einige freiwillig für den Dienst im „Löschzug-Gefahrgut“ gemeldet. Seitens der Berufsfeuerwehr Lübeck ist die Feuerwache 3 für Gefahrgut-Einsätze zuständig. Die Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Lübeck ist sehr eng, beispielsweise werden alle Gefahrgut-Ausbildungsdienste gemeinsam durchgeführt. Die Ausbildung findet alle 4 Wochen, in der Regel an der Feuerwache 3 statt. Hinzu kommen einige Sonderdienste im Jahr, beispielsweise für größere Übungen oder Sonderthemen, beispielsweise „Ölwehr“.

Die FF Innenstadt ist seit vielen Jahren im Löschzug-Gefahrgut mit ca. 15 Kameraden tätig. Wir werden alarmiert bei Austritt von gefährlichen Stoffen, gleich welcher Art. Dabei sorgen wir für das Absperren des Gefahrenbereichs, Ausrüsten der Angriffstrupps mit Chemikalienschutzanzügen, die sach- und fachgerechte Aufnahme der Stoffe und Dekontamination der Angriffstrupps. Hinzu kommen noch einige Sonderaufgaben wie der Bereich „Ölwehr“ (Ölschadensbegrenzung mit Ölsperren auf dem Wasser) und Messaufgaben im Bereich „Atomar“ und „Chemie“. Um diese Aufgaben bewältigen zu können ist bei der FF Innenstadt ein Löschfahrzeug LF 8/6-G mit Grundbeladung für den Gefahrguteinsatz stationiert. Zur Beladung gehören beispielsweise Chemikalienschutz-Anzüge, Gerät zum Auffangen und Abdichten und eine Spür- und Messausrüstung für Flüssigkeiten und Gase. Weiterhin verfügt die Wehr über einen Reaktorerkundungstruppkraftwagen für den Strahlenschutzeinsatz im Zusammenhang mit radioaktiven Stoffen. Dieses Fahrzeug wurde für den Katastrophenschutz beschafft und ist mit Messausrüstung und persönlicher Schutzausrüstung für den Strahlenschutz-Einsatz ausgerüstet.

In Lübeck bilden vor allem der Hafen und einige chemische Betriebe einen Gefahrenschwerpunkt für den Löschzug-Gefahrgut. Hinzu kommen noch die verschieden Verkehrswege mit dem Risiko von Transport-Unfällen, beispielsweise die Bundes-Autobahnen, die Schienenverbindungen und die Wasserstraßen.

Die Grundausbildung für den Löschzug-Gefahrgut erfolgt auf Ebene des Stadtfeuerwehr-Verbandes, Spezial- und Führungslehrgänge werden an der Landesfeuerwehrschule in Harrislee bei Flensburg absolviert.